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Freiheit für Claudio Lavazza!

Das Gefängnis ist eine der wesentlichen Säulen der Gesellschaft. Das Gefängnis dient entgegen der Rhetorik demokratischer Regierungen, die uns das einreden wollen, nicht der Umerziehung und Reintegration. Stattdessen verfolgt das Gefängnis die Bestrafung, Unschädlichmachung und Eliminierung derjenigen, die in seinen Mauern eingeschlossen sind – das heißt derjenigen, die für das Funktionieren der Gesellschaft und seiner Wirtschaft nutzlos oder hinderlich sind. Das Inhaftierungssystem des französischen Staates, der seit der Revolution die Parole „Liberté, Egalité Fraternité“ [dt. „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“] geprägt hat, ist da keine Ausnahme. Obwohl die Todesstrafe 1981 abgeschafft wurde, wurde die Guillotine doch nur durch den Willen, auf eine „sauberere“ Art und Weise zu töten, nämlich durch das langsame und monotone Verstreichen der Haftzeit, ersetzt.

Unter den vielen Leben, die sich im eiserenen Griff der demokratischen Gesetze gefangen finden, ist auch das des Anarchisten Claudio Lavazza.

In den 70ern war er Teil einer der vielen bewaffneten Gruppen in Italien, die versuchten, den Horizont des revolutionären Traums zu erstürmen, indem sie an Enteignungen, bewaffneten Angriffen und Gefängnisausbrüchen mitwirkten, um diejenigen zu befreien, die im Netz der Repression gefangen waren. Erst wählte Claudio ein Leben im Untergrund, wurde dann jedoch zur Flucht gezwungen und beging weiterhin Banküberfälle, um subversive Bewegungen in ganz Europa finanziell zu unterstützen. Nach einer Schießerei bei einem schief gelaufenen Bankraub wurde er 1996 in Spanien festgenommen und zu 25 Jahren Knast verurteilt, die er abgesessen hat – acht Jahre davon verbrachte er in einer speziellen Isolationsabteilung. 2021 wurde er nach Frankreich ausgeliefert, wo ihn 10 weitere Jahre erwarteten. Obwohl die europäische Gesetzgebung vorsieht, dass seine Haftstrafe in Frankreich zusammen mit der Zeit, die er in Spanien abgesessen hatte, ebenfalls abgesessen sei, verweigert ihm die Hexagon-Regierung durch ihre Schergen in Gerichtsroben seine Freilassung, indem sie die Gefängnistüren mit bürokratischen Hindernissen und juristischen Formsachen verriegelt.

Der französische Staat rächt sich an Claudio dafür, dass er an einem der größten Bankraube der Bank von Frankreich im Jahre 1986 beteiligt gewesen sein soll, aber vor allem dafür, dass er sich nicht von seinem bewaffneten Kampf gegen alle Staaten und etablierten Autoritäten distanziert.

Die Befreiung von Claudio Lavazza, der heute beinahe 70 Jahre alt ist, geht alle Liebhaber*innen der Freiheit etwas an. Ihn aus den Fängen des französischen Justizsystems zu befreien, das seine eigenen Gesetze missachtet, in dem absichtlichen Versuch, ihn langsam zu töten, ist die Aufgabe aller, die leidenschaftlich für eine Welt frei von den Ketten der Gefängnisse und der Autorität kämpfen.

Auf zur Tat!

Damit sich die Gefängnistüren für Claudio umgehend öffnen!

Anarchist*innen.

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Dieser Text ist die Übersetzung eines unter anderem bei Act for Freedom Now! veröffentlichten Plakats, das ab dem 7. Januar 2022 zu einer Welle der Solidarität mit Claudio Lavazza aufruft.